zur Überweisung in den Ausschuss für Recht, Sicherheit und Sport
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Der öffentlich zugängliche Jugendplatz an den Stockwiesen in Wilhelmshöhe bleibt in seinem bisherigen Umfang vollständig erhalten.
- Eine Umwandlung des Platzes – ganz oder teilweise – in Tennisplätze wird ausgeschlossen.
- Der Magistrat wird beauftragt, gemeinsam mit den betroffenen Sportvereinen den Bedarf für den Tennissport zu ermitteln und ggf. alternative Standorte oder Lösungen dafür zu entwickeln.
- Der Jugendplatz wird als frei zugängliche, niedrigschwellige Sport- und Bewegungsfläche für alle Altersgruppen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, langfristig gesichert und gepflegt.
Begründung:
Der Jugendplatz an den Stockwiesen ist seit mehreren Jahren eine öffentlich zugängliche Sport- und Bewegungsfläche, die vielfältig genutzt wird. Zur Einweihung hieß es aus dem Sportamt: „Der Jugendplatz Stockwiesen ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wir Sport- und Bewegungsflächen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können und gleichzeitig den Bedürfnissen des Vereinssports gerecht werden.“
Die Fläche ist städtisches Eigentum und bietet einen wichtigen Freiraum ohne Konsumzwang, Mitgliedschaft oder Leistungsdruck. Kinder und Jugendliche skaten dort, spielen Fußball, lernen Radfahren oder nutzen den Platz als ungezwungenen Treffpunkt.
Der Ortsbeirat Wilhelmshöhe hat sich in seiner letzten Sitzung am 18.12.25 mit breiter Mehrheit für den vollständigen Erhalt des Jugendplatzes ausgesprochen. Dieses Votum ist ernst zu nehmen und sollte bei den weiteren Entscheidungen maßgeblich berücksichtigt werden.
Wir begrüßen ausdrücklich das Engagement der Sportvereine und deren wichtige Jugendarbeit im Stadtteil. Gleichzeitig muss klar sein: Frei zugängliche Bewegungsflächen dürfen nicht zugunsten vereinsgebundener Angebote verdrängt werden. Sport und Bewegung im öffentlichen Raum müssen auch ohne Vereinsmitgliedschaft einfach möglich sein.
Gerade angesichts der bekannten Folgen von Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen braucht Kassel mehr niedrigschwellige, frei zugängliche Bewegungsflächen – nicht weniger. Der Erhalt des Jugendplatzes ist daher stadtentwicklungspolitisch, sozial und gesundheitlich sinnvoll. Besonders problematisch ist die aktuelle Planung vor dem Hintergrund, dass der Sportplatz auf der Marbachshöhe nach einem kostenintensiven Umbau nicht mehr frei nutzbar ist und im Stadtteil Wilhelmshöhe auch kein Jugendzentrum existiert.
Der Jugendplatz ist ein wichtiger öffentlicher Treff- und Bewegungsort für junge Menschen – auch aus angrenzenden Stadtteilen. Der Skateverein Mr. Wilson bietet hier regelmäßige kostenlose Angebote an, zudem ist die aufsuchende Jugendarbeit der Stadt Kassel vor Ort aktiv. Die bestehenden Strukturen zeigen, dass der Jugendplatz ein funktionierender, sozial integrierter Ort ist, der weiter gestärkt statt eingeschränkt werden sollte.
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