Mit elf Stadtverordneten – darunter sechs Neue in diesem Mandat – erlebte die Linke Kassel die konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am gestrigen Montag als Wechselbad: Bei der Wahl zum stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher erhielt Ali Timtik vier Stimmen mehr, als Fraktion der Linken Sitze hat.
Fraktionsvorsitzende Sabine Leidig freut sich über die hohe Zustimmung: „Alis Ruf in der Stadt geht über Parteigrenzen hinweg und er wird für seine Arbeit im Stadtteil Nordholland respektiert.“
Ali Timtik dazu: „Es ist gut, dass nun auch Migrant*innen wie ich einer bin, im Tagungspräsidium sitzen können, um die AfD in Schach zu halten.“
In den Magistrat wurde die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Ingrid Häußer-Domes gewählt. „Ich werde weiterhin eine starke Stimme gegen Armut, für soziale Gerechtigkeit und ein gutes Leben für alle Menschen in dieser Stadt im Kasseler Magistrat sein.“ Nachrückerin ist die Volkswirtin Myriam Kaskel-König. Durch ein Versehen war eine Stimme für die Linke Liste verloren gegangen. Da zuvor eine Leihstimme an die TVP verabredet war, damit alle demokratischen Fraktionen im Magistrat vertreten sind, hat es im Ergebnis nicht für das angemessene zweite Mandat im ehrenamtlichen Magistrat gereicht.
Jenseits der zu besetzenden Posten bezog die Linksfraktion mit ihrem „Nein“ zur Behandlung von Grundstücksangelegenheiten in einer separaten Kommission klare Position: „Wenn die Stadt Kassel Grundstücke verkauft oder ankauft, soll das nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen. Es ist von allgemeinem Interesse, wem der Grund und Boden in unserer Stadt gehört. Da lassen wir nicht locker!“, betont Leidig.

