Nach der Sondersitzung zum Klinikum Kassel: Linksfraktion steht zum städtischen Klinikum und zur öffentlichen Aufklärung von Vorwürfen

Die von der Kasseler Linksfraktion beantragte gemeinsame Sondersitzung der Ausschüsse für Bildung, Jugend, Gesundheit und Gleichstellung sowie für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen zur Situation am Klinikum Kassel fand gestern (30.09.26) im Rathaus statt.

Grundlage war ein Fragenkatalog der Linksfraktion mit über 50 konkreten Fragen. Die in anonymen Briefen beschriebenen etwaigen Missstände im Klinikum Kassel waren teilweise durch juristische Gutachten sowie Gespräche mit Insidern bestätigt worden. Die geäußerte Kritik bezieht sich vor allem auf einen der drei Chefärzte im OP-Bereich der Herzchirurgie und auf die Pathologie. Weitere Inhalte beziehen sich auf die Überstundenregelungen, das Fehlermanagement und den Umgang mit Hinweisgeber:innen.

„Uns ist wichtig, die von Beschäftigten an uns herangetragenen Themen ernst zu nehmen und einen Klärungsprozess in die Wege zu leiten. Für uns stehen das Wohl der Patient:innen und gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden im Fokus“, erklärt Jule Heike Michel. „Eine gute öffentliche Gesundheitsversorgung liegt uns sehr am Herzen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Beschäftigten des Klinikums, die sich für die Gesundheit der Menschen in unserer Region engagieren. Und wichtig ist auch, dass Menschen, die im Klinikum Kassel behandelt werden, keine Sorge um ihre Versorgung haben müssen.“

In der Sondersitzung wurden viele der aufgeworfenen Fragen zufriedenstellend beantwortet und die entsprechenden Sachverhalte eingeordnet. Vor allem die Erläuterungen zu den besonderen Bedingungen in der Pathologie haben Befürchtungen entkräftet. Außerdem wurde deutlich, dass im Zuge der öffentlichen Debatte bereits Veränderungen angestoßen wurden und an weiteren Verbesserungen gearbeitet wird.

„Es ist nachvollziehbar, dass zu Personalangelegenheiten nicht öffentlich Auskunft erteilt wird. Aber es ist nicht akzeptabel, dass einzelne Personen, die oben stehen in der Krankenhaushierarchie, das Arbeitsklima vergiften und sich nicht an Regeln halten. Das müsste auch der Aufsichtsrat bearbeiten, denn unser Krankenhaus braucht in allen Bereichen gute Arbeitsbedingungen und ein funktionierendes Fehlermanagement“, meint Sabine Leidig. „Niemand sollte frustriert kündigen oder sich versetzen lassen. Als Linke standen und stehen wir schon immer für gute Gesundheitsversorgung in öffentlicher Hand. Und gerade hier, sollte Kollegialität und Zusammenarbeit auf Augenhöhe selbstverständlich sein!“