Kasseler Linksfraktion sagt nein zum Bebauungsplan Fünffensterstraße / Friedrichsstraße
Die Fraktionssitzung der Linken fand an diesen Montag hinter dem Rathaus im Grünen statt: In der Café-Bar „Die Perle“. Die Lokation beim Hugenottenhaus in der Friedrichstraße wurde 2020 erst neu erweckt und schnell zu einem sehr beliebten Ort in den warmen Monaten. Jetzt will ein Investor aus dem ehemaligem Hotel „Hessenland“ und dem dahinter liegenden Grundstück einen großen Hotelkomplex samt Tiefgarage machen. Das wäre das Ende für Die Perle. Der Magistrat hat einen passenden Bebauungsplan vorgelegt und der soll in der kommenden Stadtverordnetenversammlung am 17. Juli beschlossen werden.
Sabine Leidig, Fraktionsvorsitzende der Linken dazu: „Hier existiert eine grüne Oase mit Bäumen und Sträuchern mitten in der asphaltierten Innenstadt. Bei dieser Hitze ist es eine Wohltat und so wichtig fürs Stadtklima. Wir lehnen die geplante weitere Versiegelung samt Tiefgarage ab. Das städtische Umwelt- und Gartenamt Grünflächenamt findet schon jetzt nicht genug Plätze für die beschlossenen 15.000 zusätzlichen Stadtbäume. Es ist doch verrückt, gesunde Bäume abzuschlagen, wo sie dringend gebraucht werden.“
Violetta Bock, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss sagt: „Es ist mal wieder eine üble Geschichte: Erst hat Herr Geselle hier städtische Grundstücke verkauft – anstatt umgekehrt die anliegenden Immobilien zu erwerben. Und jetzt will hier eine private Immobilienfirma Gewinn machen. Deshalb werden Wohnungen in den Häusern nebenan entmietet, Clubs stehen auf der Kippe und dieses gemeinschaftliche Projekt soll weichen. Wir wollen genau das Gegenteil. Die Stadt soll ihren Bewohner*innen dienen und nicht dem privaten Profit.“
Stephanie Schury, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion ergänzt: „Immer wieder werden Leute, die mit viel Engagement zur Kultur beitragen, vor den Kopf gestoßen. Dabei ist es doch gerade dieses Engagement, das unsere Stadt liebenswert macht. Das PERLE-Team knüpft an die ehemalige „Perle‐Bar“ an, die der documenta‐Gründer Arnold Bode einst im Hugenottenhaus gestaltet hat. Diesen Schatz wollen wir erhalten.“

