Ein Leben für gleiche Rechte

DIE LINKE. Kassel-Stadt und Kasseler Linke.ASG trauern um Stadtrat Rogelio Barroso

Mit tiefer Bestürzung und Betroffenheit haben die Mitglieder der Partei DIE LINKE. Kassel-Stadt und Stadtverordnete der Fraktion Kasseler Linke.ASG auf den unerwarteten Tod des Stadtrats Rogelio Barroso reagiert. Murat Cakir, Sprecher des Kreisvorstandes: »Wir haben mit Rogelio nicht nur einen langjährigen Freund und Genossen verloren, sondern einen der engagiertesten und unermüdlichsten Mitstreiter für gleiche Rechte, Frieden und soziale Gerechtigkeit«. Barroso sei als Vorreiter für die Anliegen und die politische Selbstvertretung der Migrantinnen und Migranten weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewesen. »Seit über 30 Jahren, davon 15 Jahre als Vorstandskollege im Landesausländerbeirat Hessen, bin ich Zeuge davon geworden, wie er ein Leben lang für gleiche Rechte und friedliches Zusammenleben beharrlich und tapfer kämpfte« so Cakir weiter.

Norbert Domes, Vorsitzender der Fraktion Kasseler Linke.ASG: »Trotz seines hohen Alters war Rogelio einer der aktivsten MitstreiterInnen, der mit seinem Sachverstand und Erfahrung eine große Bereicherung für unsere Fraktion war.« Als Mitbegründer des Ausländerbeirates der Stadt Kassel, des Landes- und Bundesausländerbeirats sowie ehrenamtlicher Stadtrat habe Barroso, durch sein Engagement, aber vor allem durch seine liebenswerte Art und Herzlichkeit parteiübergreifend große Anerkennung bekommen. Domes: »Sein politisches Wirken war beispielhaft für BürgerInnennähe und soziale Verpflichtung der Politik. Zu Recht bekam er dafür das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Stadtmedaille und den Hessischen Ehrenbrief. Er wird uns immer in Erinnerung bleiben«.

DIE LINKE und Kasseler Linke.ASG sprachen der Familie Barrosos sowie den Spanischen Vereinen in Kassel ihren Beileid und ihre Anteilnahme aus. Mitglieder und MitarbeiterInnen der Partei und Fraktion seien in tiefer Trauer und würden das Andenken Rogelio Barrosos in Ehren halten.

 

ROGELIO BARROSO – Kurzbiographie

Rogelio Barroso, Lehrer in Ruhestand, wurde am 15. April 1932 in Madrid geboren. Er lebte seit fünf Jahrzehnten in Kassel. War Henschel-Arbeiter, später Kellner und dann bis zur Verrentung Sprachenlehrer. Er war Betriebsrat und Gewerkschafter.

1981 wurde er Gründungsmitglied des Ausländerbeirates der Stadt Kassel und blieb 16 Jahre – davon 9 Jahre als Vorsitzender – dabei. Er war Geburtshelfer vieler AusländerInnenvertretungen in Hessen, Deutschland und in Österreich. Er hat die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen / Landesausländerbeirat mitgegründet und war 15 Jahre lang dessen Vorstandsmitglied.

1987 wurde er als ehrenamtlicher Stadtrat für die SPD gewählt. Er gehörte dem Seniorenbeirat der Stadt Kassel an und war Mitglied in der Schul- und Kulturkommission. 2001 wurde er in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und war Alterspräsident bei dessen Konstituierung. Danach wurde er in den Magistrat der Stadt Kassel wieder gewählt.

Im November 2005 trat er aus der SPD aus und trat zuerst in die WASG, danach in die Partei DIE LINKE ein. Er wurde für die Kasseler Linke für Arbeit und soziale Gerechtigkeit nominiert und nach der Kommunalwahl wurde er Stadtrat für die Kasseler Linke.ASG. In der Partei DIE LINKE. Kassel-Stadt übernahm er verschiedene Aufgaben und war zuletzt Delegierter des Landesparteitages in Hessen.

Er war Mitglied verschiedener MigrantInnenvereine und unterstützte über Jahre hinaus aktiv die Friedensbewegung und die Gewerkschaften. Als überzeugter Antifaschist war er bis zuletzt Mitglied im VVN-Bund der Antifaschisten.

Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt er 1984 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1991 die Stadtmedaille und 1997 den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Er hinterlässt einen erwachsenen Sohn und eine Frau.