Henschelareal muss dem Stadtteil dienen – nicht der Ausweitung des Rüstungsunternehmen KNDS!

Die Linksfraktion hält an ihrer Kritik an den Plänen zur Umgestaltung des Henschelareals fest und fordert die Stadt auf, den Schutz und die Interessen der Anwohner:innen endlich ernst zu nehmen. Bei der Infoveranstaltung im Technikmuseum (am 9. Juni) wurde deutlich, dass auch am geänderten  Bebauungsplan die wesentlichen Kritikpunkte bestehen bleiben: Die Verkehrsbelastung in Rothenditmold steigt weiter, an der Lkw-Einfahrt gegenüber dem Mehrgenerationenhospiz wird festgehalten und das Rüstungsunternehmen KNDS expandiert.

„Am Donnerstag titelte die HNA ‚Keine Rüstung auf dem Gelände‘ – das ist irreführend“, erklärt Ria Bartsch, Sprecherin für Antimilitarismus der Linksfraktion. „Für uns ist nicht entscheidend, ob auf dem Gelände selbst Waffensysteme produziert werden. Entscheidend ist, dass der angrenzenden Kriegsindustrie weitere Flächen zugeschlagen werden. Auch Büroflächen, das neue Parkhaus, eine Kantine und weitere Lagerhallen sind für die Firma wichtig. Zumal das Unternehmen dadurch auf dem angrenzenden Gelände auch die Produktion von Waffen erweitern kann.“

Der Schutz und die Interessen der Bewohner:innen erscheinen in den Plänen zweitrangig. Der Kfz-Verkehr und die Lärmbelastung auf der Wolfhager Straße sind bereits jetzt massiv. Bei Umsetzung der Pläne werden Lärm und Luftverschmutzung – und damit die gesundheitliche Belastung – noch weiter zunehmen. In Zukunft sollen auch vermehrt Lkw durch die Brandaustraße rollen. Der stellvertretende Ortsvorsteher Frank Wößner (Die Linke) kritisiert diese Pläne: „Eine Lkw-Einfahrt direkt gegenüber dem Hospiz ist skandalös. Schon die angekündigte Zahl von 50 Lkw pro Tag bedeutet eine enorme Belastung für einen Ort, an dem Ruhe, Würde und Schutz im Mittelpunkt stehen müssen. Rothenditmold leidet schon jetzt unter hoher Verkehrsbelastung und schlechter Luft. Es darf keine Ausweitung des Lkw-Verkehrs im Wohngebiet geben!“

Auch Sabine Leidig, Fraktionsvorsitzende der Linken, kritisiert, dass der Schutz der Menschen in den Plänen zu kurz kommt: „Während die Militarisierung voranschreitet, spielt Zivilschutz bei den Planungen keine Rolle. Dass Militärkonzerne ein mögliches Angriffsziel sind, ist trauriger Teil der Kasseler Stadtgeschichte. Die Gefährdung der Bevölkerung durch Waffenindustrie mitten in unseren Wohngebieten wird vom Magistrat komplett ignoriert.“

Die rund 130 Teilnehmer:innen der Kundgebung im Vorfeld der Infoveranstaltung machten deutlich, dass viele Menschen diese Pläne nicht widerstandslos hinnehmen wollen. Anwohner:innen, der Ortsbeirat und die Initiative Rheinmetall Entwaffnen sind sich einig: Das Henschelareal muss für den Stadtteil entwickelt werden – nicht für die Panzerproduktion! Auch während der Veranstaltung wurde sehr deutlich, wie wichtig den Menschen die Entwicklung ihres Stadtteils ist. Bis 23 Uhr mussten sich der Investor, das zuständige Planungsbüro und der OB kritischen Fragen stellen. Vertreter:innen des Heilhauses machten klar, wie groß ihre Enttäuschung über das Festhalten an der Zufahrt durch die Brandaustraße ist.

Die Kasseler Linke fordert: Stoppt die Militarisierung unserer Stadt! Keine weiteren Flächen für KNDS auf dem Henschelareal. Keine Lkw-Einfahrt gegenüber dem Hospiz. Anwohner:innen müssen vor Verkehr, Lärm und im Katastrophenfall geschützt werden. Wir brauchen eine zivile, soziale und gemeinwohlorientierte Entwicklung des Areals anstatt weiterer Flächen für die Rüstungsindustrie!