Jugendplatz in Wilhelmshöhe erhalten! Die Linke fordert Sport- und Bewegungsfläche für alle statt Umbau zum Tennisplatz

Die Linke fordert die Stadt Kassel auf, den öffentlich zugänglichen Jugendplatz an den Stockwiesen zu erhalten. Die aktuellen Pläne, den Platz ganz oder teilweise in Tennisplätze umzuwandeln, lehnt sowohl der Ortsverband der Linken in Wilhelmshöhe als auch die Fraktion im Rathaus entschieden ab.  Der Ortsbeirat Wilhelmshöhe hat sich in seiner letzten Sitzung mit breiter Mehrheit für den vollständigen Erhalt des Jugendplatzes ausgesprochen und dafür, dass der Platz für alle, insbesondere junge Menschen, frei nutzbar bleibt.

Die Linke fordert von der Koalition im Rathaus, das Votum des Ortsbeirates ernst zu nehmen und mit Hochdruck nach einer alternativen Lösung für die Tennisspieler:innen zu suchen. Dabei begrüßt die Partei ausdrücklich das Engagement der Sportvereine, die vielen Jugendlichen wertvolle Freizeit- und Bewegungsangebote bieten. Gleichzeitig stellt die Ortsgruppe klar: Frei zugängliche Bewegungsflächen dürfen nicht zugunsten von vereinsgebundenen Angeboten verdrängt werden.

Nachdem der Sportplatz auf der Marbachshöhe nach einem kostenintensiven Umbau nicht mehr frei für Jugendliche zugänglich ist, droht nun der Verlust eines weiteren wichtigen Freiraums, der auch von jungen Menschen aus angrenzenden Stadtteilen gerne genutzt wird. In einer Gesellschaft, die sich der Folgen von Bewegungsmangel bei jungen Menschen bewusst ist, dürfen Sport und Bewegung nicht an Mitgliedschaften in Vereinen geknüpft werden. Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich spontan, ungezwungen, sicher und ohne Leistungsdruck ausprobieren können. Auch vor dem Hintergrund, dass es im Stadtteil weder ein Stadtteilzentrum noch ein Jugendzentrum gibt, braucht es geeignete Treffpunkte, wo junge Menschen nicht stören, sondern willkommen sind.

Positiv hebt die Linke Ortsgruppe das Engagement des Skatevereins Mr. Wilson hervor, der den Jugendplatz regelmäßig mit kostenlosen offenen Angeboten belebt. Ebenso ist die aufsuchende Jugendarbeit der Stadt Kassel regelmäßig vor Ort. Auch ist hier eine legale Graffiti-Fläche eingerichtet worden.

Stephanie Schury, Stadtverordnete der Linken und Patin des Jugendplatzes, erklärt dazu: „Der Jugendplatz ist einer der wenigen Orte in Wilhelmshöhe, an dem Jugendliche einfach da sein dürfen – ohne Eintritt, ohne Mitgliedsausweis, ohne Leistungsdruck. Wer diesen Ort verkleinert oder umbaut, nimmt jungen Menschen Raum zur Entfaltung.“

Gisela Honens, die Die Linke im Ortsbeirat Wilhelmshöhe vertritt, ergänzt:
„Der Ortsbeirat hat sich klar für den Erhalt des gesamten Platzes ausgesprochen. Es braucht niedrigschwellige Angebote für alle Jugendliche im Stadtteil. Auf keinen Fall dürfen die Erfordernisse der Vereinsjugendarbeit gegen die Bedürfnisse der Jugendlichen, die den Jugendplatz zur Zeit regelmäßig nutzen, ausgespielt werden. Konkurrenz schadet allen Beteiligten.

Linksfraktion und die linke Ortsgruppe Wilhelmshöhe fordern deshalb: Der Jugendplatz muss für alle erhalten bleiben! Für den Tennissport sind andere Lösungen zu finden – ohne den Verlust eines wichtigen öffentlichen Freiraums für junge Menschen.