Linksfraktion lehnt 9-Millionen-Euro-Förderung für Ausbau des FiDT Gründerzentrums ab – Geld wird dringend anderswo gebraucht!

Mit Mehrheit der Koalition (Grüne, CDU und FDP) wurde am Montag ein Antrag beschlossen, der die Stadt mindestens 9 Millionen Euro kosten wird: Der Ausbau des Technologie- und Gründerzentrums FiDT an der Marbachshöhe – einschließlich exklusiver Dachterrasse – soll vollständig aus der Stadtkasse finanziert werden. Die Linksfraktion lehnt diese massive Subventionierung des privatwirtschaftlich genutzten Standorts ab. Schließlich wird das Geld an anderen Stellen viel dringender gebraucht – für soziale Projekte, Renovierung von Schulen und Bürgerhäusern und für den Klimaschutz.

Besonders widersprüchlich ist das Votum des Stadtparlaments vor dem Hintergrund einer anderen Entscheidung: „Während das FiDT mit 9 Millionen Euro gesponsert wird, wurde unser Antrag abgelehnt, die finanzielle Förderung von sozialen Projekten im Rahmen des ‚Pakts gegen Armut‘ mit 180.000 Euro pro Jahr abzusichern“, so Fraktionsvorsitzende Sabine Leidig. „In der Debatte hieß es von der CDU, dafür sei kein Geld da. Millionen für eine Dachterrasse, aber kein Geld für Hilfe gegen Armut – das ist sozialpolitisch inakzeptabel!“

Das FiDT wird von rund 90 Unternehmen genutzt, darunter auch Großkonzerne wie K+S, die ihren Gewinn 2022 nach eigenen Angaben auf 2,4 Milliarden Euro verdoppelt haben. „Es ist nicht vermittelbar, dass die Allgemeinheit für Aufstockung und Komfortausbau zahlt“, betont auch Stadtrat Kai Boeddinghaus. „Solche Extras sollten von den Nutzer*innen selbst finanziert werden. Zudem beteiligen sich die anderen Gesellschafter gar nicht an den Kosten.“

Kritik äußert die Linksfraktion auch an der fehlenden strategischen Grundlage. Zudem gebe es keine Klarheit darüber, wie lange der größte Mieter im FiDT bleibt. „Im schlimmsten Fall fördern wir weiteren Leerstand“, warnt Boeddinghaus. Unverständlich sei außerdem, dass auch die CDU und vor allem die Grünen dem teuren Projekt zugestimmt haben. „Für ein Drittel der FiDT-Summe ließen sich mindestens 30.000 Quadratmeter Asphalt entsiegeln und bepflanzen – rund 300 kleine Grünflächen für alle statt einer exklusiven Dachterrasse für wenige“, so Leidig abschließend. „Auf der Plattform mehr-gruen-in-kassel.de gibt es fast 2.000 Vorschläge für Begrünung in allen Stadtteilen.“

HNA-Artikel zu diesem Thema: https://www.hna.de/kassel/kassel-wirtschaft-fidt-gruenderzentrum-start-ups-94148036.html

Bild von Willfried Wende auf Pixabay