Mit dem Beschluss der Vorlage Nr. 101.19.869 setzte sich die Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2023 für eine Verstetigung des Kasseler Pakts gegen Armut ein und erklärte sich dazu bereit, entsprechende Aktivitäten und Vorhaben zu unterstützen. Die Unterstützung der Stadtverordneten ist jetzt dringend erforderlich, weil Spenden fehlen und deshalb keine finanzielle Förderung von Projekten mehr möglich ist.
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Stadt Kassel übernimmt ab sofort die Finanzierung der Pakthilfe im Rahmen des Kasseler Pakts gegen Armut bis zu einer Höhe von 180.000 Euro pro Jahr – sofern keine entsprechenden Spendengelder dafür vorliegen oder im Laufe des Kalenderjahres eingehen. Ziel ist es, Projekten, die sich gegen Armut in Kassel engagieren, eine kontinuierliche Antragstellung für finanzielle Zuschüsse zu ermöglichen.
Begründung:
In der Dokumentation zur 4. Paktkonferenz im März 2025 ist nachzulesen, dass in 2024 eine Reihe (29) kreativer Projekte mit fast 100.000 Euro aus der Pakthilfe unterstützt wurden, dass aber die Fördermittel aufgebraucht seien, weshalb keine Antragstellung mehr möglich sei. Zitat: „Wir sehen immer noch eine hohe Nachfrage und viele tolle Ideen, die wir gerne unterstützen möchten. Daher prüfen wir gerade neue Finanzierungsquellen, um die Pakthilfe möglichst schnell fortsetzen zu können.“
Offenbar war die Prüfung bisher nicht erfolgreich. Kurz vor Weihnachten (am 07.12.25) titelte die HNA „Kasseler Suppenausschank in Not – Geld für warme Mahlzeiten fehlt“. Die vom Pakt geförderte Initiative „Abendessen bei Freunden“ des Familienzentrums der Kirche im Hof steht vor dem Aus.
Das Projekt wurde im Februar 2024 als Titelprojekt des 5. Pakt-Newsletters präsentiert und wurde bisher mit Zuschüssen unterstützt. Damals wurde berichtet, dass insgesamt 25 Organisationen und Projekte, darunter die Kasseler Tafel, das Panama, die Heilsarmee, die Bahnhofsmission und der Frauentreff Brückenhof, aus Mitteln des Pakts gegen Armut unterstützt wurden. Die Gesamtfördersumme, finanziert durch Spenden aus der lokalen Wirtschaft, betrug 166.000,00 Euro. Weitere Spenden waren in Aussicht gestellt worden, obwohl schon damals konstatiert wurde: „Die Zahl der Hilfebedürftigen wächst stetig an, gleichzeitig steigen die Lebensmittelpreise und Lebenshaltungskosten. Zugleich gibt es einen spürbaren Rückgang von finanziellen Spenden und Sachspenden.“
Damit der Pakt gegen Armut weiter konkret und unmittelbar wirken kann, sind verlässliche finanzielle Mittel notwendig. Die Größenordnung ist im Vergleich zu anderen Ausgaben der Stadt überschaubar und kann aus nicht genutzten Haushaltsmitteln aufgebracht werden.
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