Versagt die Stadt im Henschel-Areal? Linke fordert Bebauungsplan im Interesse der Menschen im Stadtteil

Im Stadtteil Rothenditmold soll das historische Henschel-Areal neu gestaltet werden. Auf dem Gelände plant der Rüstungskonzern KNDS gemeinsam mit dem Projektentwickler sector7 eine neue Zufahrt und ein Parkhaus – direkt angrenzend ans Werk.

Violetta Bock, Stadtverordnete und zuständig im Ausschuss, sagt dazu: „Das Vorhaben bedeutet noch mehr Verkehr auf der Wolfhager Straße, es gefährdet die Jugendarbeit von Mr. Wilson, bedroht Kulturprojekte und zerstört die Ruhe von schutzbedürftigen Nachbarn im Heilhaus. Das ist das Gegenteil von dem, was unser Stadtteil braucht. Nichts von den vielen guten Vorschlägen aus der Bürgerbeteiligung ist bisher konkret geplant. Es scheint, dass die Rathauskoalition den Interessen von KNDS Vorrang einräumt vor allen anderen. Das war schon bei der stillgelegten Bahntrasse so, die eigentlich ein schneller Radweg in die Innenstadt werden sollte und dann an KNDS verkauft wurde.“

Sabine Leidig, Fraktionsvorsitzende, ergänzt: „Die Stadt müsste im Bebauungsplan und vertraglich festlegen, dass der Bedarf im Stadtteil die Entwicklung bestimmt. Das ist eine politische Entscheidung, die letztlich die Stadtverordneten zu verantworten haben. Aber wir werden da rausgehalten. Unser Antrag, über den Stand der Dinge zu berichten, wurde im Ausschuss abgelehnt. Das ist alarmierend! Für die letzte Stadtverordneten-versammlung am 2.2. setzen wir das Thema wieder auf die Tagesordnung. Bevor die Verwaltung alles aushandelt und in Plänen fixiert, wollen wir sicher sein, dass die Richtung stimmt: Diejenigen, die jahrelang das Gelände und die Gebäude am Leben erhalten haben, brauchen Bestandschutz. Rothenditmold braucht das Jugendzentrum, die Museen und die Kultur. Es müssen Spielplatz, Ärztehaus und Wohnungen entstehen und kein Gewerbegebiet als Erweiterung der Waffenproduktion. Als Linke Kassel fordern wir, dass die Rüstungsindustrie raus muss aus den Wohngebieten. Bis dahin müssen zumindest Schutzkonzepte für die Bevölkerung mitgeplant werden.“

Stephanie Schury, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, fasst zusammen: „Die Stadt muss einen Bebauungsplan vorgeben, der vom Bedarf der Bevölkerung ausgeht. Der muss gemeinsam mit den jetzigen Nutzer*innen und Nachbarn erarbeitet werden. Wir fordern Verkehrsberuhigung und Grünflächen, Kümmern und Kultur statt Beton und Militär!“

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