Die Linksfraktion fordert Stadt und KVG dazu auf, die Sperrung der Königsstraße für Trams während des Weihnachtsmarktes zu überdenken. Die Umleitung über Ersatzhaltestellen und die Sperrung der Königsstraße zwischen 11 und 22 Uhr bringt erhebliche Nachteile für ÖPNV-Nutzer:innen. Vor allem mobilitätseingeschränkte Personen, Senior:innen oder Menschen mit kleinen Kindern werden durch die Umleitungen stark beeinträchtigt. Wege in die Innenstadt sind deutlich länger und das Ein- und Aussteigen wird erschwert.
Hinzu kommt: Am Lutherplatz stauen sich die Straßenbahnen. Für Menschen mit Gehbehinderung ist es dort besonders schwierig und gefährlich, die Gleise zu queren. Gerade wer auf Gehhilfen, Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, trifft hier auf ein unübersichtliches, überfülltes Umfeld.
Fraktionsvorsitzende Sabine Leidig dazu:
„Der Fahrgastbeirat der KVG hat recht: Diese wochenlang fast ganztägige Sperrung ist nicht mehr akzeptabel. Es ist nicht fair, dass für den Weihnachtsmarkt die Alltagsmobilität vieler Menschen so massiv verschlechtert wird. Die Umleitungen verursachen Verspätungen, Anschlüsse werden verpasst, Ersatzhaltestellen sind oft überfüllt und gefährlich. Sicherheit darf nicht einseitig verstanden werden – sie muss auch für ÖPNV-Fahrgäste und insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen gelten.“
Stadträtin Ingrid Häußer-Domes ergänzt:
„Bei allem Verständnis für Schutzmaßnahmen vor terroristischen Anschlägen: Dieses Sicherheitskonzept führt dazu, dass Menschen nun an den überfüllten Haltestellen gefährdet sind und ganze Bevölkerungsgruppen von der Grundversorgung mit Nahverkehr ausgeschlossen werden. Andere Städte machen es vor – es gibt durchaus kluge Lösungen ohne ausgrenzende Wirkung! Ein lebenswertes, zugängliches und inklusives Stadtzentrum braucht einen gut erreichbaren ÖPNV – auch und gerade zur Weihnachtszeit.“
Die Linksfraktion fordert daher:
- Kurzfristige Änderungen, so dass wenigstens bis in den frühen Nachmittag Trams durch die Innenstadt fahren.
- Bessere Verkehrsführung am Lutherplatz, damit Menschen mit Gehbehinderung die Gleise sicher queren können und sich Straßenbahnen nicht so stauen, dass Gefahrensituationen entstehen.
- Prüfung technischer und organisatorischer Alternativen, etwa temporäre Schranken oder andere Sicherheitslösungen, die Trams in der Königsstraße nicht vollständig ausschließen.
- Beteiligung der Fahrgastvertretung bei der Planung kommender Weihnachtsmärkte, um ÖPNV-Belange von Anfang an stärker zu berücksichtigen.
- Ausbau der Ausweichhaltestellen: Haltestelleninseln müssen verbreitert und wetterfest gestaltet werden, damit Wartende – insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen – sicher, barrierefrei und trocken ein- und aussteigen können.
Weihnachtsmarkt und Tramverkehr in der Innenstadt sollten einander nicht ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen. Dafür müssen Sicherheitsbelange mit Anforderungen der Barrierefreiheit und gesellschaftlicher Teilhabe in ein vernünftiges Gleichgewicht gebracht werden.

